Bürgerinitiative Hohenzollernstraße

Gegen die Abholzung des Baumbestandes

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Geschafft!

Am 31. März 2009 entschied der Planungs- und Bauausschuss der Stadt Mönchengladbach mit knapper Mehrheit, die Bäume nicht zu fällen. Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen, die uns unterstützt haben.

Am 31. März 2009 wird der Planungsausschuss der Stadt Mönchengladbach über Abholzung oder Erhalt des Baumbestandes der Hohenzollernstraße in Mönchengladbach entscheiden. Betroffen ist der Teil zwischen Amtsgericht und Kaiser-Friedrich-Halle.

.....Wir, als Anwohner sind mit der Abholzung nicht einverstanden. Wir befürchten die Verunstaltung des Stadtbildes (siehe Schaubild) und eine Abnahme der Lebensqualität. Die Linden- und Platanenallee kaschiert heute diverse 70er-Jahre-Bausünden.

.....Das Fällen der Bäume und die Neubepflanzung mit neuen Bäumen kostet ca. 80.000 €. Der Wertverlust der alten Bäume ist nicht eingerechnet. Diese haben lt. Wertermittlung der Stadtverwaltung einen Wert von 70.000 €. Berücksichtigt man diesen Wert, so fällt der wirtschaftliche Vergleich zugunsten der Verlegung der Gasleitung aus. Dies kostet etwa 140.000 €.

.....Im Kostenansatz ist weiterhin nicht enthalten, dass nach der Fäll-Lösung immer noch eine 35 Jahre alte ggf. sanierungswürdige Gasleitung vorhanden wäre, während bei der Verlegungs-Lösung eine neue Leitung vorhanden sein wird, die auf absehbare Zeit wartungsfrei ist. Eine Gasleitung wird lt. Angabe der NVV nach 50 Jahren abgeschrieben.

.....Die Fahrradwege könnten nach Angabe des Grünflächenamtes durch Wurzelwachstum Schaden nehmen. Dieses Problem taucht im Stadtgebiet häufig auf und ist an nahezu jeder Allee zu finden. Unseres Erachtens kann die Lösung aber nicht darin bestehen, überall dort die Bäume zu fällen, wo Wurzeln den Radweg oder Gehweg beschädigen könnten. Potentiell wäre nämlich jeder Stadtbaum eine Gefährdung für Rad- oder Gehwege. So wurde das Problem beispielsweise an der Gartenstraße, wo es in viel deutlicherer Form auftauchte, durch Wartung des Radwegebelags gelöst. Die Bürgerinitiative schlug auch mehrere andere, machbare Lösungen vor.

.....Eine Gefahr von Straßenschäden durch Baumwurzeln gibt es lt. Angaben des Grünflächenamtes nicht.

.....Die Hohenzollernstraße hat lt. Klimabewertungskarte die stärkste Luftverschmutzung Mönchengladbachs. Aus diesem Grund beschloss der Umweltausschuss der Stadt 2007 die Erhaltung der bestehenden Grünflächen. Die geplanten Fällungen der bis zu 100 Jahre alten Bäume würden den Wegfall eines wichtigen Staubfilters bedeuten. Das Vorhaben, die Bäume zu fällen, lässt so machen Bürger an der Ernsthaftigkeit städtischer Beschlüsse zweifeln. Die Alleebäume sorgen für einen wirksamen Schallpuffer und für optimalen Wärmeschutz in den heißen Sommermonaten. Somit dient der Baumbestand auch der Gesundheit der Bewohner. Die Stadtverwaltung räumt immerhin ein, durch die mögliche Fällung der Bäume eine drastische ökologische Verschlechterung auf viele Jahrzehnte zu bewirken und nicht die Verbesserung, die sie beschlossen hat.

.....Der vorhandene Baumbestand ist gesund. Umso unverständlicher ist, das nun an diesem sensiblen Ort Eichen gepflanzt werden sollen. Im Jahr 2008 verdoppelte sich lt. DPA die Krankheitsrate von Eichen auf 52%.

.....Wir sehen nach vielen Gesprächen mit Fachleuten, Stadtverwaltung, Politikern und Bürgern die Umlegung der Gasleitung als eine zukunftsorientierte Lösung. Sie ist wirtschaftlicher, städtebaulich verträglicher als die Fäll-Lösung und sie ist sicher.

Hohenzollernstraße 2002 ................vergrößern

Argumente Stadtverwaltung

Der Wert der Bäume muss wegen der NVV-Bilanzen nicht eingerechnet werden.

Entgegnung Bürgerinitiative

Der Baumbestand gehört der Stadt Mönchengladbach, nicht der NVV. Die Stadtverwaltung wird dem Bürger, der mit dem Auto gegen einen Baum fährt ja auch nicht nur die Fällkosten in Rechnung stellen, sondern auch den Wert des Baumes. Wir wären gespannt auf die Reaktion des Sachbearbeiters auf das Argument: "Seid froh, dass der Baum aus der Bilanz verschwunden ist."

Die Ausbildung eines Fahrradweg nach den geltenden Richtlinien für den Neubau von Fahrradwegen ist mit dem Baumbestand nicht einzuhalten.

Das ist sie auch mit der derzeitigen städtischen Planung nicht (Gehweg mindestens 2,10m statt 2,00m). Diese entspricht nicht den EFA. Das muss sie in vorliegendem Fall jedoch genauso wenig, wie einer unserer Vorschläge: Ausbildung mit Sicherheitsstreifen.
Die Bäume werden ohnehin nur noch 20-50 Jahre überleben. Linden werden bis zu 1.000 Jahre alt, als Stadtbäume jedoch nicht. Ein Alter von 120 Jahren ist stark untertrieben, 200 Jahre sind realistischer. Sie sind kerngesund. Die Platanen sind nach Aussage des Grünflächenamtes gerade erst ausgewachsen.
Wir bekämen jetzt einen neuen Fahrradwegbelag von der NVV bezahlt, wird die Leitung verlegt müssen wir diesen selbst bezahlen. Das ist richtig, kommt aber im Endeffekt auf das gleiche hinaus. Die NVV ist wirtschaftlich eng mit der Stadt Mönchengladbach verflochten. Die Kosten kommen auf Umwegen, doch auf die Stadt zu, den Rest zahlt der Gas-Kunde. Die Relationen der Werte Baumbestand / Radwegbelag sind außerdem nicht vergleichbar.